Mit der 20. Woche ist unglaublicherweise auch schon die erste Hälfte meines Auslandsjahres vorbei. Die Zeit verging echt wie im Flug, ich hoffe, dass das nun auch mit dem Home Schooling so bleibt und ich mich nicht zu sehr langweile.

Die Woche

Letzten Sonntag war ich dann tatsächlich noch mit meinem Gastbruder draußen. Allerdings wollte er keine Jacke mitnehmen und so mussten wir nach nicht einmal der Hälfte der Strecke wieder umdrehen, weil es angefangen hat zu regnen. Außerdem habe ich einen Onlinekurs angefangen um eine neue Programmiersprache zu lernen.

Am Montag war es dann plötzlich sehr kalt, mein Dachfenster war das erste Mal von außen mit Eis bedeckt. Es gab wohl in der Nacht Temperaturen bis -7° C. So ähnlich sah es auch draußen aus, alle Pfützen waren gefroren und man musste echt aufpassen nicht hinzufallen. Zum Abend hin sickerte dann so langsam durch, dass die Regierung überlegt die Schulen bis Ende Januar zu schließen.

Dienstag wurde es dann etwas wärmer, aber trotzdem noch im positiven Bereich, sodass immer noch alles gefroren war, was nicht am Vortag durch die Sonne aufgetaut wurde. Außerdem habe ich fleißig weiter an meinem Online Programmierkurs gearbeitet und mich so beschäftigt.

Auch am Mittwoch war es weiterhin kalt und es ist den Tag über nichts spannendes passiert. Am Abend hat das Kabinett dann zugestimmt, dass die Schulen bis (mindestens) Ende Januar geschlossen bleiben. Aber der Abschlussjahrgang in den weiterführenden Schulen soll an drei Tagen in der Woche zur Schule gehen, damit die ordentlich auf die Prüfungen vorbereitet werden können.

Einen Tag später, am Donnerstag, hat der Lehrerverband der weiterführenden Schulen den Lehrern dann aber empfohlen nicht zur Schule zu gehen. Deswegen hat die Regierung die vorherige Entscheidung wieder rückgängig gemacht, nun bleiben erstmal alle Schüler bis Ende Januar Zuhause. Wie es danach weiter geht soll dann kurz vorher entschieden werden.

Für Freitag hatte mein Gastvater dann eine Ladung Beton vom Steinbruch hier in Bangor bestellt. Er hat nämlich die Tage zuvor an einer Verschalung für das Fundament eines kleinen Anbaus vor der Küche gebaut. Glücklicherweise ist er dann auch am Donnerstag fertig geworden, am Freitag war nämlich der letzte Arbeitstag von Baustellen etc., nun müssen die auch erstmal geschlossen bleiben. Also kam (mit etwas Verspätung) am Nachmittag der Beton, leider viel zu flüssig. Aber das wurde zu spät bemerkt. Mit einer Abendschicht konnte mein Gastvater dann aber doch noch alles retten und das sieht jetzt alles gut aus. Vorher war Beton quer über den Asphalt gelaufen, weil es wieder aus dem Loch raus gekommen ist.

Am Samstag hatten wir leider sehr schlechtes Wetter und es hat fast den ganzen Tag über geregnet. Deswegen habe ich am Nachmittag den Tassenkuchen gemacht, den ich mir für einen schlechte Laune Tag aufbewahrt habe. Leider war der nicht so gut wie erwartet, sondern sehr trocken. Am Abend war Belmullet dann in der Haupt-Nachrichtensendung zu sehen, weil die Lage hier mit einer 14 Tage Inzidenzrate von 2.111,1 am schlimmsten in ganz Irland ist.

Die Situation mit Corona

Ich habe ja eben bereits berichtet, dass es in Belmullet (dem Wahlbezirk) die meisten Fälle (im Vergleich zur Einwohnerzahl) in ganz Irland gibt. Dazu gibt es auch noch einen Artikel der Irish Times, falls es euch interessiert. In den letztem 14 Tagen gab es 266 neue Infektionen, was zu einer (14 Tage) Inzidenzrate von 2.111,1 führt. (Achtung: In Deutschland wird eine 7 Tage Inzidenzrate angegeben, das wären dann also „nur“ 1.055,6 pro 100.000 in Deutschland) Bei 12.600 Einwohnern ist das jeder 47te. Fast alle Personen die meine Gastmutter kennt sind entweder infiziert oder Close-Contacs und damit in Isolation. Zum Glück hat es unsere Familie bisher verschont.

Auf Grund der so schlechten Lage zeigt die Polizei verstärkte Präsenz. Seit Mittwoch gibt es jeden Tag in Bangor einen Checkpoint der Polizei. Die Polizsten überprüfen jedes Auto und fragen die Fahrer warum sie unterwegs sind. Das soll vor Besuchen von Freunden abschrecken. Ich habe aber gerade gestern ein britischen Auto gesehen dessen Fahrer anscheinend schon wusste, dass die Polizei hinter der Kurve wartet. Er ist dann einfach am Ortseingang von Bangor in die eine Nebenstraße gefahren und hat sich somit der Kontrolle entzogen.

Außerdem bemüht sich der Arzt aus Belmullet, dass wir hier extra viele Impfdosen bekommen. Er möchte gerne zuerst alle Kranken- und Altenpfleger impfen, damit diese das Virus nicht an die Patienten übertragen könnten.

Mit der momentanen Situation glaube ich aber nicht, dass es (vorallem hier in der Gegend Belmullet) Ende Januar wieder mit der Schule losgeht. Wenn überhaupt, dann dürfen zuerst die 6th Years wieder zur Schule, auf Grund der anstehenden Prüfungen.

Generell ist die Situation aber echt nicht gut in ganz Irland. Vorgestern wurde eine neue Höchstzahl von 8.248 neuen Fällen gemeldet. Dabei waren aber auch noch die letzten positiven Fälle dabei, die auf Grund der Überlastung des Übermittlungssystem nicht zeitgemäß verifiziert wurden. Nun soll das aber alles wieder funktioneren. Heute wurden auch „nur“ noch 4.842 neue Fälle gemeldet. Ich persönlich würde da aber noch nicht aufatmen, sondern erst einmal abwarten wie sich die nächsten Tage entwickeln.

Schlusswort

Heute ist wieder ein nicht so schöner Tag. Mal sehen was ich so machen werde. Nächste Woche geht dann ja das Home Schooling los und ich muss morgen noch meine Bücher aus der Schule abholen. Davon werde ich dann auch definitiv berichten

Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr alle gesund seid und bleibt!
Liebe Grüße aus Irland

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