Letzten Sonntag habe ich dann auch endlich zur Mittagszeit den Taschenrechner fertig programmiert bekommen. Währenddessen ist es aber leider schon wieder zugezogen. Ich habe deshalb dann versucht eine Regenpause abzuwarten. Letztendlich bin ich während dem Spaziergang aber trotzdem wieder nass geworden.

Die Woche

Ab Sonntag Abend hat es durchgängig geregnet, auch am Montag. Außerdem war es sehr kalt, also echt ungemütlich. Ich bin nach dem Online Unterricht trotzdem noch raus gegangen um ein bisschen Bewegung zu haben. Entsprechend dem Wetter war dann aber auch meine Laune und ich war mal wieder nervlich ziemlich am Ende. Es hat aber geholfen mit meinen Eltern zu telefonieren und über die Lage in Irland und in Deutschland zu sprechen.

Am Dienstag hat es den Vormittag über weiter geregnet, zum Glück hat es dann aber zum Schulschluss auch aufgehört. So konnte ich dann auch das Ausmaß von mindestens eineinhalb Tagen Dauerregen und davor schon viel am Fluss sehen. Eigentlich wollte ich mal wieder am Fluss spazieren gehen, das ging aber nicht wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Das erste Bild zeigt eine Weide, die direkt neben dem Weg liegt, der am Fluss entlangt geht. Auf dem zweiten Bild lässt sich (eventuell) erahnen wo der Weg am Fluss zwischen den Zäunen längst gehen würde.

Am Mittwoch hatten wir dann wieder unseren kurzen Schultag, über den ich immer sehr froh bin. Von 9 bis 16 Uhr Videokonferenzen ist nämlich echt ermüdend. Am Nachmittag hat die Schule in Kooperation mit einem lokalen Fitnessstudio ein Zoom-Workout angeboten. Dort habe ich mitgemacht und war am Ende so geschafft, dass ich nicht nochmal raus gegangen bin. Das hätte sich aber sowieso nur so semi gelohnt, weil es dann angefangen hat zu regnen.

Donnerstag war ich dann beim Arzt hier in Bangor, weil ich seit Dienstag fast nichts mehr auf meinem Ohr höre. Der ist total nett und es war so auch super einfach für mich alleine dort zu sein. Hier in Bangor gibt es außerdem den Service, dass Rezepte direkt an die Apotheke geschickt werden. So musste ich nichts mitnehmen, konnte aber sofort die Ohrtropfen in der Apotheke abholen.

Zum Freitag wurden wir mit einem sehr schönen Sonnenaufgang begrüßt. Es war aber plötzlich kälter als die Tage zuvor und beim Spaziergang musste ich echt schnell gehen, damit mir nicht kalt wurde. Am Abend konnte man dann schon auf einem der Berge hier bei Bangor auf der Spitze ein wenig Schnee liegen sehen. Das war sehr schön.

Am Samstag war es dann auf dem Thermometer noch kälter und draußen waren die Pfützen gefroren und alles mit Raureif bedeckt. Am Nachmittag sind wir mal wieder zum Strand gefahren. Dort waren sogar gerade zwei Leute surfen – keine Ahnung wie die das bei der Kälte im Wasser ausgehalten haben! Auch am Strand hatten wir ein sehr schönes Panorama mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Und ich hatte das Gefühl, dass der Sand irgendwie rötlicher war, als ich es bisher kannte.

Die Situation mit Corona

Die Fallzahlen gehen hier in Irland zum Glück langsam runter. Wir sind inzwischen bei etwa 2.000 bis 2.300 Fällen jeden Tag und gestern waren es sogar nur 1.910. Das ist aber immernoch deutlich mehr als es hier jemals gab. In Belmullet und Umgebung hat sich die Lage leider noch nicht wirklich gebessert. Laut der Corona-App haben wir hier im Moment eine 14-Tage Inzidenzrate von 5.555,6 (in Deutschland werden 7-Tage Inzidenzraten angegeben, das wäre also 2.777,8). Zudem gibt es immer noch relativ viele Neuinfektionen. Einer der Ärzte hat neulich in einem Interview erzählt, dass alleine 20 seiner Patienten an dem Tag positiv getestet wurden. Bei nur 1.000 Einwohner in Belmullet und insgesamt 12.600 in der Umgebung (viele haben aber Ärzte in ihrem Dörfern), ist das noch echt viel.

Gestern auf der Rückfahrt vom Strand wurde plötzlich gesagt, dass der Taoiseach (Premierminister) meinte, dass die Schulen nicht vor St. Patricks Day (17. März) wieder öffnen. Über den Abend hin hat sich der Artikel dazu beim irischen Rundfunk aber auch verändert. Letztendlich hieß es, dass die Schulen bis dahin auf jeden Fall nicht wieder vollständig öffnen. Was auch immer das heißen mag. Diese Nachricht kam trotzdem unerwartet für mich, weil ich auf baldige Schhulöffnungen gehofft hatte. Ich komme mit dem Home Schooling hier leider noch weniger zurecht als mit dem normalen Unterricht.

Meine Gasteltern sagen, dass es gut sein kann, dass die Schulen hier nicht vor Ostern und auch nicht vor September wieder öffnen. Letztes Jahr im März/April gab es etwa 1.000 Fälle jeden Tag, und die Schulen sind trotzdem zu geblieben. Nun ist hier wohl die neue, sehr ansteckende Virusmutation weit verbreitet und alle haben Angst vor der. Viele Leute sagen, dass es gut sein kann, dass die Lehrer sich weigern wieder Präsenzunterricht zu machen. Das können die hier nämlich, denen ist es nicht wie in Deutschland verboten zu streiken.

Nun heißt es für mich also in mich zu gehen und herauszufinden was ich machen möchte. Es besteht die Hoffnung, dass die Schulen noch wieder öffnen, aber wann weiß niemand. Bis dahin gibt es halt das Home Schooling und ich bin den ganzen Tag auf meinem Zimmer. Andererseits ist die Situation ja in Deutschland auch nicht wirklich anders, nur, dass es eine bekannte Umgebung für mich wäre. Ich habe diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen und im Moment auch keine Tendenz. Mal schauen was die nächsten Tage so bringen.

Schlusswort

Heute scheint auch wieder ein sehr schöner Wintertag zu sein. In den meisten Teilen von Irland sollte es über Nacht schneien, hier hat es leider nur gefroren. Ich werde aber sicherlich wieder raus für einen Spaziergang gehen. Ansonsten kann ich hier ja nicht so sonderlich viel machen.

Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr Gesund und munter seid & bleibt!
Liebe Grüße aus Irland

2 Kommentare

  1. Oh Linus, dein Bericht klingt ja wirklich wenig positiv .Du tust mir so richtig leid. Ich wünsche dir, dass du bald eine Entscheidung für dich finden kannst. Aber das ist natürlich im Moment für dich sehr, sehr schwierig. Lass dich auf die Entfernung mal ganz fest drücken. Ich glaube jeder wird die Entscheidung, die du treffen wirst verstehen und unterstützen. Wir denken ganz oft an dich . Deine Oma gitta und Opa Horst

  2. Lieber Linus, Dein Bericht klingt ja gar nicht gut. Außer der Corona-Situation (mit allen Umständen) kommt noch der viele Regen hinzu, der drückt ganz gewaltig auf die Stimmung. Ich kenne das auch von hier: Wenn es mal lange zeit regnet, hat man zu gar nichts Lust. Aber hier kommt auch ab und zu mal die Sonne durch. Wenn Du vorher gewusst hättest, was Dich alles erwartet, hättest Du die Reise wohl gar nicht angetreten. Mit den Corona-Bedingungen ist es hier z.Zt. auch nicht besser, uns geht diese Situation auch ganz schön auf den Geist. Wir würden gerne öfter mal etwas unternehmen, müssen wohl aber noch länger warten. Das Wichtigste für Dich ist aber, dass Du noch gesund bist, bleib das weiterhin!
    Liebe Grüße
    Opa Gunter

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