In diesem Beitrag soll es um meine irische Schule gehen, auf die ich während meines Auslandsjahres gehe. Zum einen um das Schul- und Unterrichtssystem, die Lage, aber auch die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen.

Das Schul- und Unterrichtssystem

Die Fächerauswahl

Es gibt viele verschiedene Fächer an den irischen Schulen. Zum einen natürlich die typischen Fächer, die wir auch aus Deutschland kennen, wie Mathematik, Englisch, Sport, Biologie oder Physik. Zum anderen gibt es aber auch praktische Fächer wie „Engineering“ oder „Construction“ und auch „Home Economics“. Zu den verpflichtenden Basisfächern konnten wir noch 4 Fächer dazu wählen, ich habe mich dabei für Business, Engineering, Home Economics und Music entschieden. Dies habe ich direkt am ersten Schultag gemacht, darüber habe ich bereits ein wenig in einem anderen Beitrag berichtet. Da ich bisher erst zwei Wochen in der Schule bin, kann ich dazu noch nicht so viel sagen. Aber ich werde auf jeden Fall später noch von den Fächern berichten.

Der Stundenplan

In Irland ist das Stundensystem ein wenig anders als ich es aus Deutschland kenne. Bisher war es immer so, dass ich am Tag 3-4 verschiedene Fächer jeweils in Doppelstunden hatte. Hier ist es aber typisch (fast) alle Fächer täglich zu haben. Dementsprechend sind die einzelnen Stunden auch nur 40 Minuten lang. Durch oft nötige Raumwechsel beträgt die Unterrichtszeit pro Fach meistens nur 30-35 Minuten, das liegt an dem „One-Way-System“ in der Schule als Hygienemaßnahme. Mein bisheriger Eindruck ist, dass man durch die kurzen Stunden relativ viele Hausaufgaben bekommt. Vielleicht ist das aber auch nur jetzt am Anfang so, bzw. ich muss mich daran nur gewöhnen. In einigen Monaten werde ich aber sicherlich nochmal einen ausführlichen Beitrag mit meiner Meinung über dieses System verfassen. Außerdem beginnen die Tage immer erst um 9 Uhr, was den täglichen Einstieg meiner Meinung nach deutlich einfacher macht. Allerdings enden die Schultage dadurch auch immer erst um 16 Uhr. Damit ihr das ganze noch besser versteht, habe ich euch hier ein Foto von meinem Stundenplan eingefügt.

Besonderheiten der Schule

Wie man am Namen bereits ahnen könnte, ist die „Our Lady’s Secondary School“ eine kirchliche Schule. Früher wurde sie von Nonnen geführt, die direkt nebenan gewohnt haben. Davon ist aber nicht mehr viel übrig, lediglich bei der ersten Versammlung diese Woche hat man das gemerkt. Diese hat nämlich mit einem gemeinsamen Gebet begonnen. Ohne Corona hätte es vermutlich jeden Morgen eine Versammlung gegeben, die fällt nun aber weg. Die Schule liegt direkt am Wasser, an einer großen Bucht vom Atlantik. Das ist vor allem bei guten Wetter sehr schön, weil man draußen immer schöne frische Luft hat. Eine weitere Besonderheit ist der Schulplaner der Schule, welchen ich auf Grund des Stoffcovers sehr schön finde.

Außerdem gibt es auch kostenloses Essen in der Kantine, was ich persönlich sehr schön finde. In der kleinen Pause gibt es Obst, Knäckebrot, Käse, Reiswaffeln, Haferkekse und Wasser. In der großen Mittagspause gibt es dann zusätzlich auch noch 3 verschiedene Gerichte zur Auswahl. Davon ist immer mindestens eins vegetarisch.

Hygienemaßnahmen in der Schule

Sehr häufiges Desinfizieren

Die erste Auflage, vermutlich die aufwendigste, ist das regelmäßige Desinfizieren. Jedes Mal wenn wir durch eine Tür gehen, müssen wir unsere Hände desinfizieren. Das gilt zum einen am Eingang, aber auch bei jedem Betreten und Verlassen eines Klassenzimmers. Zusätzlich müssen wir auch immer unseren Platz desinfizieren, wenn wir an einem neuen Platz sitzen oder davor jemand anderes auf dem Platz saß. Um dies zu reduzieren, hat die Schule von einem Kabinettsystem auf ein Klassenraumsystem umgestellt. Nun hat jeder Schüler seinen eigenen Platz („Base-Seat“) im jeweiligen Klassenraum, damit die Raumwechsel und das Desinfizieren möglichst gering gehalten wird.

Einbahnstraße bzw. „One-Way-System“

Eine weitere Maßnahme ist die festgelegte Richtung auf den Fluren in der Schule. Das „One-Way-System“ wurde eingeführt, damit man sich auf den Fluren nicht entgegen kommt. Das führt dann aber leider dazu, dass es länger dauert von einem Raum zum nächsten zu kommen. Dadurch werden die sowieso schon kurzen Stunden noch kürzer. Ein Beispiel ist der Weg von Raum 31 (meinem Klassenraum) zum Media Lab. Dafür muss ich einmal durch die ganze Schule laufen, was 3-5 Minuten braucht.

Sonstiges

Die Schule ist, wie in Hamburg auch, für alle Schüler gleichzeitig wieder geöffnet. Um die Begegnungen zwischen den verschiedenen Jahrgängen zu reduzieren, sind die Pausenzeiten verschieden. Unsere Mittagspause ist nur mit dem Trasition-Year und dem Abschlussjahrgang zusammen, die drei anderen Jahrgänge haben irgendwann anders ihre Pause. Außerdem darf man nur zu viert an einem Tisch in der Mensa sitzen, damit auch dort ein gewisser Abstand gegeben ist.

3 Kommentare

  1. Hi Linus, das ist ja ein sehr ausführlicher Bericht, der viele offene Fragen beantwortet. Gibt es in deiner neuen Klasse schon Grübchenbildung oder sogar beginnende Freundschaften? Ist vielleicht noch zu früh, das zu erwarten. Ich freue mich über jedes Lebenszeichen von dir! Alles Liebe, Oma Christa.

    • Hallo Linus, ich finde Deine Berichte sehr interessant und lese immer das neueste. Wünsche Dir ein schönes Weihnachtsfest in Irland.
      Liebe Grüße
      Astrid

  2. Hallo Linus, Gitta hatte mir den Link geschickt und ich lese immer gerne Deine Beiträge! Ich finde es sehr mutig von Dir nach Irland zu gehen und sich den Herausforderungen zu stellen!
    Viel Spaß noch
    Astrid

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